Mittwoch, 14. Januar 2009

Die Geschichte

Die Geschichte





"Rrrrrummms"

Kai hielt in seiner Bewegung inne und horchte auf.

Da, wieder :"Rrrrrumms" Diesmal lauter! Genervt blickte er sich um, und versuchte die Lärmquelle zu orten. Zornesröte färbte Wangen und auch Stirn, die er jetzt zu runzeln begann. Still und bewegungslos ruhten seine Finger auf der verschmutzten Tastatur. Verdammt, woher kam der Lärm? Und erneut:"Rrrumms" Wütend stand Kai vom Stuhl auf, und merkte erst jetzt ganz nebenbei, dass ihm beide Füße eingeschlafen waren.



Er bewegte mit dem Schicksal hadernd die Zehen, um ihnen wieder Leben ein zu hauchen. Erbost blickte er zur Zimmerdecke, denn mit dem letzten Poltern hatte er die Quelle des Lärmes orten können. Es kam von oben, von den "Neuen". Na ja, eigentlich wohnten sie auch schon fast zwei Jahre hier, aber sie waren die letzten Mieter, die eingezogen waren und Kai hielt noch immer am Namen "die Neuen" fest.



Überhaupt tat er sich immer schwerer damit, sich aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Alles, was neu war, zwang ihn, sich drauf zu konzentrieren, zumindest bruchstückhaft, welches er mehr als störend empfand. Es lenkte ihn ab, raubte ihm Zeit, die er sich nicht erlauben wollte, zu nehmen. Alles drehte sich nur noch um die Geschichte.

Die "Neuen" waren ein Paar, so Mitte zwanzig. "Chéri" und "mein Tiger" , auch bekannt als Gitta und Holger. Doch diese Namen hatte Kai in der ganzen Zeit nur einmal hören können, nämlich als die beiden sich als die neuen Nachbarn vorstellten. Ansonsten hörte man sie sich stets nur mit den Kosenamen anrufen, was Kai zu Beginn mit einem spöttischen Grinsen honorierte. Mittlerweile war er einfach nur noch angeekelt, ob so vieler geschwollener Harmonien!

Meist erklang es so: "Ach, Chéri, lass mal, die Tasche ist doch zu schwer! Ich werd sie gleich nehmen, geh doch schon mal rauf!" lies er, eine Spur zu laut, auf dem Parkplatz vor dem Haus tönen. "Ja, mein Tiger" flötete die Kirsche trillernd zurück.

Kai stand fast immer am Fenster, die Gardine einen kleinen Spalt breit weg geschoben, und steckte sich den Finger in die geöffnete Mundhöhle um so einen Brechreiz zu imitieren. Doch dieses Mal hatten die beiden sich eine andere Alternative ausgesucht, um Kais Aufmerksamkeit und somit auch seinen geballten Groll zu gewinnen. "Chérie" war mittlerweile schwanger, und so kam es, dass Babymöbel angeschafft wurden. Den ganzen Vormittag über hatten die beiden es gewagt, Möbel und ähnliches Zeugs lärmend durch das Treppenhaus hinauf bis in die erste Etage zu schleppen, und somit dafür gesorgt, dass Kai sich weder auf seine Schreibarbeit, noch auf den Erzählfluss der Geschichte konzentrieren konnte! Meist hörte er das überlaute Schnaufen von "mein Tiger", und "Chéri" stöckelte ebenso atemlos, nur leichter bepackt, vorneweg. Dann war es einige Zeit lang ruhig gewesen, und er konnte sich, zwar immer noch mürrisch und voller Misstrauen, ob die Stille nun anhielt oder nicht, wieder seiner Arbeit widmen. Gequält, ja fiebrig suchte er den Anschluss an zuvor getippte Worte. Schließlich wollte es ihm doch gelingen. Etwas Anderes hätte ihn auch erstaunt, denn nach einer gewissen Aufwärmphase fand er stets recht schnell wieder zum Thema zurück. Und das war gut so, denn er musste die Geschichte vollenden. Doch nun, fingen die zwei Witzfiguren über ihm an, die Möbel für "mein Tiger Junior" zusammen zu schrauben! Es konnte nicht wahr sein! Kurz überlegte Kai, ob er den Weg nach oben anstreben, und mit soviel Zurückhaltung er aufzubringen vermochte, um die benötigte Ruhe bitten sollte. Aber es war lächerlich, denn "Chéri" und "mein Tiger" hatten gegen keine der gängigen Regeln der Hausordnung verstoßen, denn sie hatten die Mittagsruhe eingehalten und nun durften sie wieder nach Herzenslust hämmern, bohren und schrauben.

Es war zum Kotzen. Flehentlich blickte Kai zum Laptop. Die Geschichte, er musste sie fertig schreiben. Nur so ging es auf keinen Fall. Zerstreut las er einige Zeilen des bereits Geschriebenen durch. Und während er dies tat, wurden seine Gesichtszüge langsam aber sicher immer entspannter, ja sie bekamen fast etwas Liebevolles. Dies klingt härter, als es vielleicht war, denn eigentlich war Kai eine recht stattliche Erscheinung und sicherlich gut aussehend, aber das Leben hatte ihm einige Prüfungen auferlegt, die sich wie Male auch in seiner Mimik spiegelten. Wo früher eine gesunde Gesichtsfarbe die attraktiven Kanten seines Gesichtes noch positiver zur Geltung kommen lies, war nun ein bleicher, und um die Augen herum schattiger Schleier entstanden. Seine untere Gesichtshälfte war bedeckt von einem ungepflegten Bart. Noch vor einiger Zeit wäre ein solcher Zustand für ihn undenkbar gewesen. Doch dieser Tage war kein Platz für derlei Oberflächlichkeiten, einzig die Geschichte bestimmte seinen ganzen Tagesablauf. Sicher, so ab und an konnte er seine Konzentration auf ein Mindestmass an Körperhygiene lenken. An Tagen, an denen es richtig gut lief, wechselte er sogar seine Kleidung, doch es war stets ein weißes Hemd und eine schwarze Hose.
Etwas Anderes besaß er nicht, wenn auch in mehrfacher Ausführung. An guten Tagen schrieb Kai gleich bis zu zehn oder gar zwölf Seiten.

Heute war er bei weitem nicht annähernd an dieses Pensum gelangt. Eine geballte Faust zur Decke streckend schickte er einen stillen, zornigen Fluch zu den Quälgeistern. Diese Geste wurde jäh beendet, weil es an die Tür klopfte. Er hätte ausrasten mögen, sah aber schnell ein, dass das Klopfen ja auch nicht weiter störte, denn mit Schreiben war ja nun vorerst nichts. Mürrisch ging er zur Tür und öffnete sie. "Chéri" stand vor ihm, und grinste ihn freundlich an. "Hi, Kai!" sagte sie, und man konnte ihr ansehen, wie lustig sie diese Wortschöpfung fand, denn sie schob sogleich ein amüsiertes Kichern hinter her. Kai unterdrückte eine schroffe Erwiderung, und sagte steif: "Hallo, Gitta." "Ääähm, ja was wollt ich noch gleich?" sprach sie, und zupfte verlegen an ihrem Umstandspullöverchen. "Ahh ja, Du, entschuldige die Störung, aber wir bauen oben gerade das Kinderzimmer für das Baby." und blickte ihn vielsagend an. "Ja, das habe ich mit bekommen." erwiderte Kai hart. "Na ja, und wir haben da ein klitzekleines Problemchen." Ohne auf eine erneute Erwiderung Kais zu warten, fuhr sie munter fort.

"Äääähm, naja und der Holger bekommt es oben alleine nicht hin, und ich darf ja nicht, alldieweil ich ja schwanger bin." "Alldieweil ist nicht kausal sondern temporal ein zu setzen." entfuhr es Kai, ohne sich bewusst zu sein, dass er erneut unhöflich zu Gitta war. "Ääääh, ja genau.Und deshalb wollte ich mal lieb fragen, ob Du eventuell mal eine halbe Stunde Zeit hättest, dem Tiger unter die Arme zu greifen?" zwitscherte sie launig fort. Starr vor Erstaunen hörte Kai sich eine positive Antwort erwidern, und ein paar Sekunden später trottete er widerwillig hinter Gitta her, und schallt sich insgeheim einen furchtbaren Schwachkopf.


2

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!





Oben angekommen wurde er von Holger freudig begrüßt:"Ja, Mensch, Kai! Schön, dass Du Zeit für uns und unser Problem hast!" und musste einen kumpelhaften Klopfer auf seine Schulter über sich ergehen lassen. Ihn schauderte, soviel Nähe war er nicht mehr gewohnt, und ein stärkeres Unbehagen machte sich in ihm breit. " Ist schon okay, Tig.....Holger. Wenn es Dir nichts ausmacht, würde ich gerne sofort mit der Arbeit anfangen - ich habe nämlich noch zu tun." "Chéri" schob sich an den Männern vorbei in das angedachte Kinderzimmer und präsentierte mit einer weit ausholenden Geste ihres rechten Armes einen Haufen von Brettern, als würde sie in einem Shoppingsender ein edles Sideboard anpreisen. Kai seufzte und ihm wurde klar, das die erbetene halbe Stunde nicht einmal ansatzweise ein realistisches Zeitfenster darstellte, und er sollte recht behalten.

Es war schon dunkel, als er sich recht wortkarg von dem Paar verabschiedete und den Weg nach unten in seine Wohnung antrat. Es war kalt hier und nicht besonders liebevoll eingerichtet. Kai hatte sich in einer trotzig konsequenten Manier von Allem getrennt, was eine schmerzliche Erinnerung in ihm hätte wecken können. Sonst wäre ihm irgendwann der Atem weg geblieben, und mit Schmerz wollte er nicht wirklich gerne konfrontiert werden. Einzig, bei der Geschichte ließ er eine Ausnahme zu und gönnte dem Schmerz Eintritt in seine Seele. Doch es war ein Schmerz, den er händeln konnte, denn mit jeder Silbe, die er schrieb wusste er, er würde sein Versprechen einhalten.
Er ging an den Kühlschrank und holte die Karaffe mit Wasser aus dem untersten Fach heraus. Viel war außer ihr nicht drin, ein Stück Käse, ein Topf mit Butter und im Eisfach lag, das wusste er sicher, die Dose, dessen Inhalt er an zu schauen noch nicht Manns genug war. Er nahm einen Schluck kalten Wassers und fühlte, wie das Getränk seine Sinne schärfte. Er war noch immer ein wenig benommen, wegen des Besuches bei den Nachbarn, und spürte dankbar die gewohnte Stimmung langsam in sich aufkeimen.
Schreiben, er musste schreiben. Wie auf Schienen bahnte er sich den Weg zum Schreibtisch und nahm Platz. Ausatmen war das Nächste, was er tat. Und wieder einatmen - fast so, als wollte er sich so die Gedankenfetzen der letzten Stunden aus dem Kopf pusten. Mühevoll las er die beiden letzten fertigen Sätze und nahm Anlauf, fort zu fahren. Doch ein letzter Gedankenfetzen irrte hilflos in ihm und machte sich breit.
"Chéri" hatte ihn nach "der jungen Frau" ausfragen wollen, die sie schon lange nicht mehr gesehen hatte. Das war der Moment gewesen, indem Kai fast wortlos und ohnmächtig vor Zorn und Hilflosigkeit die Wohnung hatte verlassen wollen. Doch er war geblieben. Er brachte als Antwort ein Schulterzucken zustande und tat, als wäre er zu beschäftigt, um zu antworten. Gitta hatte ihren Fauxpas erstaunlich schnell erkannt, und lies die Männer allein. Doch sie hatte mit ihrer Frage eine Gefühlslawine in Kai ausgelöst, die er nicht gut bekämpfen konnte. An diesem Gedankenfetzen klebte er jetzt! Radikal, um jeden Preis diesen Gedanken verscheuchen wollend, goss er sich einen Schwall Wasser über den Kopf! Aaaah, es tat gut, es war wiederbelebend. Und so fand er sein Glück in diesem Moment und auch den Faden, die Geschichte fort zu schreiben. Er schrieb, als ginge es um sein Leben und nach zwei Stunden, die ihm jedoch nicht bewusst so lange vorkamen, war er halbwegs zufrieden, knipste die kleine Lampe aus und verlies den Schreibtisch.
Er zog sich im Dunkeln aus und legte sich ins Bett. Nach kurzer Zeit schon hatte er sich einen erfolgreichen aber freudlosen Orgasmus beschert und schlief nur wenig später ein.

Der nächste Morgen kam und ihm folgte der Rest des Tages, dann ein weiterer und so fort. Zeit war nicht relevant für den Mann, der sich überwiegend mit dem Schreiben befasste. Doch auch er war gewissen Zwängen unterlegen. Das Beschaffen von Nahrungsmitteln gehörte dazu. Nur, wenn es sich absolut nicht vermeiden lies, machte er sich auf den Weg in die Innenstadt um schnellstmöglich zu besorgen, was er benötigte, um kurze Zeit später wieder in sein Refugium zu treten. So war es auch diesmal. Ein kurzer Blick in den Briefkasten - es konnten eh nur Werbung, Rechnungen und im schlimmsten Fall eine Anfrage des Verlages enthalten sein. Er nahm teilnahmslos ein paar Umschläge aus dem Kasten und schloss ihn. Wie lange es her war, dass er ihn das letzte Mal geleert hatte, konnte er beim besten Willen nicht sagen, denn es scherte ihn einen Dreck.

Er war gerade im Begriff seine Wohnungstüre zu öffnen - ein Vorgang, den er versuchte schnellstmöglich hinter sich zu bringen, um ja nicht noch einem geschwätzigen Nachbarn zu begegnen - als Holger fröhlich pfeifend die Treppe hinunter kam. Beim Versuch, schnell die Haustüre zu öffnen, passierte es: die Tasche mit den Einkäufen entglitt ihm und ihr Inhalt fiel polternd zu Boden. Ahnend, dass ihm "mein Tiger" zur Hilfe eilen würde, begann er wütend und hastig die Lebensmittel in die Tasche zurück zu befördern. Und richtig, Holger kam hinzu und klaubte bemüht einen Teil der Waren auf, um sie ihm grinsend zu reichen.

"Na, Kai, alles gut überstanden? Also ehrlich, wenn Du uns vor ein paar Tagen nicht geholfen hättest, wären wir echt nicht fertig geworden - die Gitta ist ja gehandicapt!" er grinste breit, was ihn in Kais Augen dämlich aussehen lies. "Haste den Kuchen bekommen?" fragte Holger fort. Richtig, der Kuchen. Natürlich hatte er am nächsten Tag das Klopfen an der Tür gehört, aber einer Ahnung folgend, es könnte nicht weiter von Belang für ihn sein, hatte er es ignoriert. Später dann sah er durch den Spion, und erblickte einen Teller mit Kuchen und ein Kärtchen, auf dem ein Dankeschön mit blassblauer Farbe geschrieben stand.

"Ja, danke! Den habe ich bekommen, war gut" sprach er, sich insgeheim darüber ärgernd, dass er zunehmend alle dereinst gelernten Manieren verlernt hatte. "Den Teller" begann er, doch Holger unterbrach ihn:" Aaaach, lass mal, hat keine Eile. So, nun muss ich aber, mach’s gut, Kai!" und winkend machte er sich an, zu gehen. Doch mit einem Mal hielt er inne und drehte sich noch einmal um. "Hör mal, wenn Du Lust hast, kannste ja am Wochenende mal hoch kommen. Die Gitta will was Feines kochen, und Du bist herzlich eingeladen, wenn Du Lust hast." "Wochenende, na ja" begann Kai zögerlich und kramte verzweifelt nach einer passenden Ausrede. "Ich werd mal sehen, was sich machen lässt!" war die beste, die ihm einfiel auf die Schnelle, und er setzte bereits einen Fuß über die Schwelle in die vermeintliche Sicherheit. "Prima!" entgegnete Holger und " kannst ja Deine Freundin gerne mitbringen! Dann sind wir Männer nicht in der Überzahl und Gitta ist auch versorgt!" War da ein boshaftes Grinsen auf Holgers Gesicht? Wusste er am Ende, dass es besagte Freundin nicht mehr gab? Vom Schmerz übermannt zuckte Kai nur mit den Schultern und war sich sicher, wie hilflos diese Geste auf Holger, den Tiger wirken musste. Lauter, als eigentlich beabsichtigt schloss er die Tür hinter sich und atmete ein. Seine Lunge brannte heiß, und er kochte innerlich. Wie lange er so an der Wohnungstüre gelehnt hatte, wusste er nicht, jedoch irgendwann besann er sich, und einem Automatismus folgend trug er den Einkauf in die Küche und legte die bislang ignorierte Post auf den kleinen Tisch. Nachdem er sämtliche Lebensmittel an die vorgesehenen Plätze geräumt hatte, zog er Jacke und Schuhe aus, auch automatisch, und über die gesamte Zeit hatte er nur diesen einen Gedanken: Wusste Holger um sein Leid und hatte er nur aus Bosheit nach IHR gefragt? Das ihm dabei Tränen über die Wangen liefen bemerkte er nicht. Er war wütend und vom Misstrauen übermannt. Da saß wieder dieser kleine Teufel auf seiner Schulter, und alles, was er tat, war dämonisch zu grinsen. Doch Kai wusste um die Worte, die sich hinter diesem Grinsen verbargen.

Er brauchte schon geraume Zeit keine Zwiegespräche mehr mit seinen Dämonen. Sicher, hin und wieder sprachen sie mit ihm, doch die Worte, die sie wählten bohrten sich wie eisige Zapfen in Kais Herz und vergifteten nach und nach seine Seele. Dieser Zustand bedrohte auch zunehmend die Reinheit der Worte mit der er versuchte die Geschichte zu schreiben. Doch bislang war es ihm geglückt die Geschichte wie ein kleines Geheimnis vor den Dämonen zu verbergen. Er wollte sie ihnen um keinen Preis offenbaren. Einzig, der Bewohner der anderen Schulter wusste es. Oder besser gesagt war es eine Bewohnerin. Ja, Kai hatte sich zum Trost auch ein Yang geschaffen, und folgte dem veralteten Bild von Engel und Teufel. Und sie erschienen stets als dynamisches Paar von Gegensätzen. Nur waren die Dämonen derzeit leider die dynamischere Partei und nur selten erlaubten sie dem Engel sich zur Oberfläche durch zu ringen. Kai jedoch erlaubte diesem Engel uneingeschränkte Einsicht auf den Werdegang der Geschichte. Mehr noch, er gestattete ihm bei seinen seltenen Besuchen sogar musisches Fördern seines Werkes. Auch mochte er den Anblick dieses verspielt und zerbrechlich wirkenden Wesens, es war fast gläsern. Leider wurden die Besuche des Engels von Mal zu Mal seltener, und Kai beschlich eine Angst, er würde irgendwann gar ganz seine Dienste aufgeben. Zu gut taten ihm die sanften Blicke dieses Wesens und er labte seine wunde Seele an ihnen. Zu sehr liebte er die aufmunternden Worte, wenn er hilflos, und vor Schmerz im Inneren gekrümmt fast ängstlich auf das Erscheinen der Dämonen wartete. Doch heute kam der Engel. Ganz leise vernahm Kai die sanfte Stimme, die leise seinen Namen rief. Dann rief der Engel ein weiteres Mal, diesmal ein wenig lauter, seinen Namen, so als käme er langsam näher, und erinnerte ihn an die Briefe auf dem Küchentisch. Hell und glockenklar klang die Stimme und schließlich strömte ihm ein wohliger Schauer über den Rücken. Er sah zur Schulter, auf der er nun seinen Engel wusste. Doch das Antlitz, das er nun erblickte erschrak ihn zu Tode und sein Unterbewusstsein drückte den Notaus -Schalter. Kai sank bewusstlos zu Boden.
Als er einige Zeit später wieder zu Bewusstsein gelangte, fand er sich durch gefroren auf dem Küchenfußboden. Mühsam rappelte er sich auf die Knie und fasste sich an die linke Schläfe. Er fühlte geronnenes Blut, aber nur ein wenig. Er hatte einen metallenen Geschmack im Mund. Langsam dämmerte ihm, was geschehen war und dann war die komplette Erinnerung da - in Sekundenbruchteilen schoss sie durch ihn hindurch, und es war ihm nicht möglich, Haltung zu bewahren. Er schrie, schrie dass es ihm den Schädel platzen lassen könnte, so laut. "Nein, nein, bitte nicht!" dachte er und unter sein Schreien mischte sich sein grauenvolles, irgendwie fremdes, schallendes Gelächter. Er hielt sich mit beiden Händen zitternd den Kopf fest, als wolle er so ein Zerplatzen verhindern. Noch nie hatte Kai so entsetzlich nahe am Abgrund gestanden, und er lief Gefahr den Verstand zu verlieren. Sein Engel hatte ihm einen grausamen Streich gespielt. Sicher, Kai wusste, sein Engel würde dies niemals tun, um ihm zu schaden, jedoch war er in seinem Zustand nicht in der Lage, zu erkennen, was der Engel bezweckt hatte, als er sich Kai in dem zuletzt gewählten Erscheinungsbild zeigte. Langsam kam er wieder auf die Beine und schleppte sich zum Tisch vor dem ein einzelner Stuhl stand. Kraftlos lies er sich auf diesen sinken. Sein momentaner Zustand lies sich ohne Weiters mit einem schlimmen Kater vergleichen. Er hatte entsetzliche Kopfschmerzen. Ein Umstand, den sicherlich nicht nur sein Sturz verursacht hatte.

Wissend, dass der Engel ihm nichts Böses wollte, gedachte er dessen Worte, als er Kai an die Briefe auf dem Tisch erinnern wollte. Träge glitt seine Hand zu dem kleinen Stapel Post. Eine recht bizarre Handlung, wenn man sich in Kais Lage hinein zu versetzen versuchte, aber zu diesem Zeitpunkt wäre nahezu jede Reaktion nach dieser abstrusen Begebenheit als bizarr zu betiteln gewesen. Nicht nur, weil der Engel ihn an die Umschläge auf dem Tisch erinnerte, blätterte Kai sie nun durch. Ihn dürstete auch nach einem Hauch Normalität. Vielleicht gelang es ihm so, sein immer noch wild schlagendes Herz und die wirre Angst im Kopf zu zähmen. Beim dritten Umschlag hielt er inne. Es war ein Umschlag ohne Absender. Kai fühlte in ihm etwas kleines Hartes. Er riss ihn auf und ein vertrauter, dennoch lange nicht in Händen gehaltener Gegenstand glitt ihm in seine zittrige Hand. Es war die Kette, die sie ihm damals geschenkt hatte. Eine goldene Gliederkette, mit einem flachen, schön geformten Fragezeichen als Anhänger etwa zwei Zentimeter groß. Lange saß er regungslos am Tisch, das Kleinod betrachtend. Seine Gedanken wanderten hin zu dem Moment, an dem er ihn zum ersten Mal in Händen hielt. Damals war er trunken vor Liebe, und der glücklichste Mensch der Welt. Nur wenige Monate zuvor hatte er sie kennen gelernt. An jenem Tag hielt er sich wie üblich im Verlag auf, um mit Lars das weitere Vorgehen zur Veröffentlichung seines nächsten Buches zu besprechen. Der Band war gedruckt und es würde höchstens noch ein paar Tage dauern, bis er seinen Weg in die Buchhandlungen antrat. Kai war an jenem Tag jedoch alles Andere als gut gelaunt, denn nun galt es Terminvereinbarungen für Lesungen zu treffen. Dieser Schritt zur Bekanntmachung eines neuen Werkes war Kai wohl bekannt, doch zutiefst Zuwider. Gerade schien das Gespräch mit Lars, dem Verlagsprokuristen und Verantwortlichen für Publicity, in ein Streitgespräch aus zu arten, da wollte das Schicksal es, das Lars sich in einer unbeherrschten Geste den gesamten Inhalt seines Getränks über den stylischen Anzug kippte.

Ein Umstand, der nicht nur dazu beitrug, die Schärfe aus der entstandenen Diskussion zu nehmen, sondern auch eine mehr als nötige Unterbrechung hervor rief. Kai gab Lars dankbar die Gelegenheit den Schaden zu beheben und eilte aus dem Raum. Ihm war sehr wohl bewusst, dass der Segen dieser frühzeitig beendeten Feilscherei nicht von langer Dauer war, aber in diesem Moment genoss er die Unterbrechung. Seine Laune war mit einem Mal besser. Er verließ das Haus und ging die Strasse entlang zu einem netten kleinen Bistro, in welchem er schon des Öfteren gegessen hatte. An einer roten Ampel blieb er stehen. Neben ihm stand eine zierliche Frau, die wie Kai vermutete, etwa gleichen Alters sein müsste.
Langes rötliches Haar umspielte ihr Gesicht. Für einen Moment trafen sich ihre Blicke, und Kai sah einen Moment später, wie der Seidenschal der Frau zu Boden fallen wollte. Dies war auch ihr aufgefallen und zeitgleich bückten sie sich, um den Fall zu verhindern. In nächsten Moment stießen ihre Köpfe an einander. Außer einem dröhnenden Schmerz nahm Kai noch das Parfum der Frau wahr und dieser Umstand machte die gesamte Situation erstaunlich angenehm, ja auf eine fast schon bizarre Art betäubend. Beide hielten sich mit jeweils einer ihrer Hände die betroffenen Stellen des Kopfes, und Kai hielt in seiner anderen den Schal. Grinsend hielt er ihn ihr entgegen. Die Frau nahm ihn lächelnd aber wortlos und entblößte zwei Reihen schneeweißer Zähne. Ihre Bewegung hatte zur Folge, dass ihre Handtasche zu fallen drohte. Ein erneutes reagieren Beider, um auch dies zu verhindern, sorgte nun für ein Déjà Vu der wohl peinlichsten Couleur. Wieder stießen sie zusammen.
Dieser Vorfall lies beide nun lachen. Die Frau blickte Kai mit einem wehrlos machenden Grinsen an, und zeitgleich hörten sie sich eine Entschuldigung sagen.

Erneutes Lachen. Die Ampel war mittlerweile ein weiters Mal rot umgeschlagen, und so lud Kai die Frau aus einer für sich nicht erklärbaren Laune heraus in das Bistro ein. Im nächsten Moment bereute er diesen spontanen Vorschlag, und kam sich dumm und klischeehaft stelzbockig vor.
Zu seiner Verblüffung jedoch nahm die Frau seine Einladung an. So steuerten die beiden mit Hilfe der nächsten Grünphase der Ampel das Bistro an. Kai besann sich zwischen zeitlich seiner guten Erziehung und stellte sich vor, während beide an einem kleinen Tisch am Fenster ihre Plätze einnahmen. Die Frau nannte ihm im Gegenzug ihren Namen: Gerda. Unwillkürlich zuckte Kai zusammen, und Gerda sah ihn mit einer Mischung aus Verwunderung und Belustigung an. Ihr war seine Reaktion nicht entgangen, wofür er sich schämte. Kai wollte nicht unhöflich sein, denn ihm gefiel die Frau und die Tatsache, dass sie nun hier mit ihm saß, war reizvoll. Eines der Dinge, die Kai jedoch als kompromisslos erscheinen lies, war sein Hang zur Unverblümtheit. Und so entschied er sich, sich zu erklären. "Du wunderst Dich, sicher über meine Reaktion." "Nun ja...ja!" sagte sie und zog die Nase ein wenig kraus. "Es gab ja schon öfter mal Reaktionen auf meinen Namen, aber das jemand zusammen gezuckt ist, war bislang noch nicht dabei." "Entschuldige bitte, es war nicht persönlich gemeint." Sprach er, und kam sich reichlich albern vor. Aber Gerda fragte nicht weiter - ein Zug, den Kai überaus zu schätzen wusste.

Sie gefiel ihm, mehr sogar, sie reizte ihn. Sie sahen sich eine Weile wortlos an, und dann war sie es, die die Stille brach:" Was machst Du denn sonst, wenn Du nicht gerade fremde Frauen mit Beulen am Kopf versiehst?" fragte sie schmunzelnd. Es begann unaufhörlich zwischen ihnen zu knistern, und so kam es, dass Kai nach einer Weile völlig gebannt von ihr, den Vorschlag machte, sie nach Hause zu fahren.
Zu seiner Verwunderung bat sie ihn, ihr seine Wohnung zu zeigen. Sie schien keinerlei Bedenken oder gar Angst zu haben vor dem Mann, den sie erst vor einer guten Stunde kennen gelernt hatte. Wer sie jedoch besser kannte, der wusste, dass sie vom ersten Moment an Kai verfallen war. Es schien, als hätte er sie völlig in seinen Bann gezogen, ohne sich dessen bewusst zu sein. So kam es, das sie ein paar Minuten später in Kais Wohnung ankamen. Zu diesem Zeitpunkt bewohnte er noch eine großzügig und luxuriös eingerichtete Wohnung, die stilvoll mit dunklen, alten Möbeln eingerichtet war.
Er nahm ihr die Jacke ab, und führte sie ins Wohnzimmer. Sichtlich beeindruckt sah Gerda sich nun um. Kai trat hinter sie, und einer Eingebung folgend schlang er den Arm von hinten um sie und küsste ihren Nacken. Gerda lies ihn gewähren und wand sich unter seinen Zärtlichkeiten. Schließlich drehte sie sich um, und sie küssten sich zum ersten Mal. Sekunden später legte er sie auf seinen großen Schreibtisch, nicht ohne ein paar Utensilien achtlos zu Boden zu werfen und nahm sie leidenschaftlich. Dies war der Beginn ihrer Geschichte. Von nun an verging kein Tag, an dem sie sich nicht sahen oder wenigstens sprachen. Kai, der schon öfter Affären mit Frauen eingegangen war, fühlte zum ersten Mal in seinem Leben wahre Liebe. Er blühte auf unter Gerdas zärtlichem, aber zerbrechlichem Wesen, und sie erlebten eine Zeit voller heißer, atemberaubender Erotik. Gerda war zum Zeitpunkt als sie Kai traf noch in einer Beziehung, die sich jedoch dem Ende neigte. Sie war mit diesem Mann schon seit der Schulzeit zusammen, und der Alltag hatte seine Narben hinter lassen. Kein Kribbeln mehr, keine Leidenschaft. Man kannte sich in und auswendig, und schon lange hatte Gerda mit dem Gedanken gespielt zu gehen. Nun war der Zeitpunkt gekommen.

Und so entschloss sie sich, der Beziehung ein Ende zu machen. Sie wollte Kai, so wie er sie wollte. Sie fühlte, sie waren für einander geschaffen. Er machte sie trunken, wenn sie in seinen Armen lag, und sie liebte seine bisweilen geheimnisvolle Aura. Auf ihre hin und wieder ängstliche, zerbrechliche Art suchte sie seine Nähe, wollte ihn ganz und gar erforschen.
Eines Tages, es waren etwa zwei Wochen seit ihres Kennenlernens vergangen, hatte sie ihm die Kette geschenkt. Ein goldenes Fragezeichen, etwa zwei Zentimeter groß und ganz glatt hing an ihr. Kai lachte, als er sie in Händen hielt, und er wusste genau, dass sie auf den Moment ihrer Namensnennung anspielte. Sie hatten nie wieder darüber gesprochen, und manchmal reizte es sie schon, ihn danach zu fragen, aber sie beließ es dabei. Mit der Kette jedoch signalisierte sie ihm, dass sie das Thema nicht vergessen hatte, und darauf warten würde, wenn er bereit war, über diesen Moment zu sprechen. Kai entschied, dass nun der richtige Moment gekommen war, darüber zu sprechen....
Schneller als im lieb war, hatte er Vertrauen zu Gerda gefunden. Er liebte, ja brauchte es, in ihrer Nähe zu sein. Er kam sich mit einem Mal komplett vor, und als er nun neben ihr liegend, mit einer Strähne ihrer roten Haare spielte, sprach er leise: " Du bist vielleicht noch nicht lange genug ein Teil meines Lebens, um mich vollends zu verstehen, jedoch weiß ich..... - anders... " unterbrach er sich und setzte sich auf, um sie nun ernst an zu sehen, und sprach weiter:" Von je her war es die Geschichte der Schneekönigin, die mein Leben bestimmt hat. Sie war es, die meinen Berufswunsch in mir geweckt und letztlich auch am Leben gehalten hat. Schon als ich ein kleiner Junge war, hat sie mich fasziniert und gefesselt. So sehr, dass ich angefangen habe, selber Geschichten zu schreiben.

Das Schreiben ist meine große und fast einzige Leidenschaft gewesen. Sie hat stets verhindert, mich längerfristig an einen Menschen zu binden, und um ehrlich zu sein, habe ich nie den Wunsch danach verspürt, bis ich Dich traf." Kai stockte, weil er nach Worten rang um Gerda nicht zu verletzen. Er blickte ihr tief in die Augen, und nun war er es, der Fragezeichen sah! "Nun, ich weiß nicht, ob Du verstehst, was ich Dir sagen will, aber ich habe nie einen Menschen wie Dich kennen gelernt." Kai merkte nicht, wie ihm Tränen über die Wangen liefen, während er sprach.

Es kostete ihn mannigfache Überwindung dieses Geständnis zu machen, aber zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er, das er das Richtige tat. Bisher hatte Unsicherheit oder gar Desinteresse fast jede seiner Handlungen gefärbt und hatte sein Leben somit zum einem Dasein gestaltet, dass sich anfühlte, wie ein Sofa, über das man Plastikfolie gespannt hatte. Nie wirklich beteiligt, nie richtig nah am Leben oder Geschehen. Gerda aber, mit all ihrer Loyalität, mit all ihrer Sanftheit und Liebe hatte ihn an die Sonne gelassen.
Und jetzt wurde ihm klar, dass der Splitter aus seinem Herzen entfernt war. Genau das sagte er ihr. Gerda nahm sein Gesicht in ihre zarten Hände und küsste die Tränen fort.

Dann legte sie ihm stumm die Kette an, und küsste ihn erneut. Er erwiderte den Kuss nur zu gerne, und aus der scheinbar traurigen Situation entstand eine Nacht voller Glück. Sie liebten sich die ganze Nacht wie zwei Menschen, die dem Ertrinken entronnen waren und als der Morgen graute, fragte Kai Gerda ob sie seine Frau werden wolle..... Jäh kam die Realität zurück und Kai saß wieder allein in seiner schäbigen Küche. Allein mit der Kette in seiner Hand und den Briefen auf dem Tisch. Die Erinnerung an Vergangenes tobte in seinem Kopf und in seiner Brust. Die Schneekönigin gab ihn nicht frei.

Grausam und herrisch bestimmte sie über sein Leben. Er konnte so nicht mehr weiter leben, er wollte es nicht. Der Schmerz sollte nicht länger sein Leben bestimmen. Er fasste den Plan, sein Leben zu beenden, doch ein weiteres Mal nahm ihn sein Versprechen in die Pflicht. Er durfte nicht eher gehen, bevor er die Geschichte beendet hatte, so hatte er es versprochen. Gerda hatte ihm das Versprechen in ihren letzten Stunden abgerungen. In ihr glomm die Hoffnung ihn so wieder in sein altes Leben bringen zu können, in eines, das zwar kalt und bitter war, jedoch gefüllt war mit seiner anderen großen Liebe - dem Schreiben. Sie hatte ja keine Ahnung.... Wie in Trance setzte er sich an seinen Laptop und tippte. Er schrieb von sich und Gerda, wie sie seinen Heiratsantrag ablehnte, und er wütend und verletzt die Wohnung verlassen hatte. Von ihrem Geständnis todkrank zu sein.
Er schrieb von Gerdas Krankheit, und wie sie ihrem Leben ein Ende zu machen drohte. Gerda war mit einem Loch im Herzen geboren worden, und ihr Zustand hatte sich mit zunehmendem Alter verschlechtert. Die Aussicht auf ein Spenderherz war ihre einzige, aber dennoch vergebliche. Kai schrieb von all dem Schmerz und der Verzweiflung. Von den Träumereien, dem Tod trotzen zu können und vom schließlichen, schmerzhaften Ende. Auch die Dämonen ließ er nicht aus, die ihn verspotteten und spielerisch quälten. Und auch nicht den bis zuletzt geliebten Engel, der sich ihm am Ende mit Gerdas Antlitz zeigte, so als ob er ihn zu Eile drängte. Als er zum Ende der Geschichte gekommen war, lehnte er sich zufrieden zurück! Es war vollbracht. Eine gute Stunde später war er mit dem Ausdruck der Geschichte fertig. Mutig blickte der zum Kühlschrank Drei Tage später wurde Kais Wohnungstür von der Polizei geöffnet. Holger und Gitta hatten sich gewundert, warum er nicht zu ihnen hoch gekommen war, und als er auf mehrmaliges Klingeln nicht reagierte, hatten die beiden sich schließlich dazu entschieden, die Polizei zu alarmieren.

Diese kam wenig später und öffnete die Tür. Dort fanden sie also den Helden dieser Geschichte, leblos am Küchentisch. Seine Todesursache konnte weder vor Ort noch zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. Er war einfach gestorben. Er saß zusammen gesunken auf seinem Stuhl. Neben ihm, auf dem Tisch stand eine Dose. Sie war leer. Kais rechte Hand lag auf dem Tisch und darin und als Lache auf dem Tisch, eine Wasserpfütze. Den Beamten bot sich ein skurriles Bild, als sie sich in Kais Räumen umblickten. Man konnte Tapete nur erahnen, denn über ihr befanden sich an allen Wänden Blätter, die lückenlos beschrieben waren. Beschrieben mit der Geschichte....

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